Testberichte Skywalk

Test Skywalk Cayenne 5 vom 31.10.2015, Grösse XS mit ca. 92 kg Gesamtgewicht

Skywalk hat mit dem Cayenne 5 einen leistungssportler am oberen Ende der C-Klasse konstruiert. Grund dafür war, dass der aktuelle Chili genauso gut flog wie der Cayenne 4. Deshalb wollte Skywalk den neuen Cayenne 5 leistungsmässig ganz klar vom Chili abheben.

Startvorbereitung/ -verhalten Um den Cayenne 5 startklar zu machen, muss der Pilot seine Aufmerksamkeit auf die sehr dünnen Leinen richten, da sich diese auch gerne verheddern. Ansonsten sollte der routinierte C-Pilot keine Probleme bei den Startvorbereitungen haben. Die Tragegurte sind so gestaltet, dass es keine Unsicherheiten gibt, ob ein Traggurt der drei Ebenen verdreht ist oder nicht. Die Schlaufe zum Einhängen des Karabiners ist recht eng, diese könnte etwas grösser sein. Kommen wir nun zum Startverhalten, wir haben den Cayenne einmal bei fast null Wind rückwärts aufgezogen. Dabei gelang der Start einfach, der Schirm konnte gut hochgeführt werden, ohne dass wir ein Ausbrechen beobachten konnten. Bei Starkwind sah die Sache etwas anders aus. Vor allem spürten wir, wie auch im Flug, die Tendenz, dass der Cayenne die Ohren kurz anlegt und dann aber rasch, zum Teil auch flächig und  impulsiv wieder öffnete. Auch brach der Cayenne des Öfteren auf die Seite aus und verlangte ein rasches Handeln des Piloten. Wir starteten den Cayenne bei einer Windstärke von 20-25 km/h. Bei wenig Wind liess sich der Cayenne einfach starten, bei Starkwind ist dann schon ein feines Händchen gefragt, damit man den Cayenne korrekt zügeln kann. Ein grosser Pluspunkt ist aber, dass der Cayenne, wenn man den Schirm als Knäuel bei Starkwind hinlegt und dann mit Zug an den A-Leinen sukzessive öffnet, sehr rasch wie von Zauberhand von den Flügelenden auseinandergezogen wird – wirklich verblüffendes Verhalten!

Einklapper Wir führten unbeschleunigte Klapper aus. Diese waren gut zu stützen und die Negativtendenz war sehr gering. Bei brüskeren Einklappern klappt das Ohr der Gegenseite auch ein, öffnet sich dann beim Stabilisieren rasch wieder. Die eingeklappte Seite öffnete stets progressiv und im Gegensatz zu kleinen Klappern (Ohren) eher weich und nicht flächig. Da wir den Schirm fast ausschliesslich bei Starkwind testeten, hatten wir aufgrund der geringen Höhe über Boden nicht die Gelegenheit, beschleunigte Klapper auszuführen.

Ohren Das Anlegen der Ohren kann einfach über die gegabelten A-Tragegurte eingeleitet werden. Dabei haben wir festgestellt, dass die Ohren unabhängig von der Einklapptiefe bei ruhigen und laminaren Bedingungen etwas unruhig sind, aber noch problemlos zu halten sind. Ist die Umgebungsluft turbulenter und thermikdurchmischt, dann seigert sich das Schlagen der Ohren bis zum unangenehmen Pendeln. Wir mussten dann den Schirm entweder durch Gewichtsverlagerung stabil halten oder durch kurzes Freigeben der Ohren und dem erneuten Einziehen die Fluglage beruhigen.

B-Stall Konnten wir nicht durchführen.

Flug Wir flogen den Cayenne 5 fast ausschliesslich Soaringbedingungen mit mittlerem bis starkem Wind. Der Cayenne 5 lässt einem schon beim Start seine Dynamik spüren, hier muss der Pilot den Schirm vor allem bei Starkwind ordentlich zügeln. Sobald man in der Luft ist, fielen uns die hohe Grundgeschwindigkeit und der hohe Staudruck in der Kappe auf. Vor allem gefällt beim Cayenne 5 das sehr direkte Handling. Der Schirm kann sehr präzis gesteuert werden. Jeder Zentimeter wird unverzüglich in mehr Drehung umgesetzt. In unruhiger Luft oder bei unsauberem Start klappen tendenziell die Ohren relativ rasch ein. Diese öffnen sich flächig und schnalzen dabei auf. An diese Eigenart muss man sich gewöhnen, dies hat aber keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen. Leider konnten wir den Cayenne 5 nicht bei thermischen Bedingungen testen. Der Beschleuniger liess sich ohne grossen Kraftaufwand betätigen und der Geschwindigkeitszuwachs ist beeindruckend! Die 50 km/h waren einfach zu überschreiten, auch wenn der Beschleuniger noch nicht voll durchgetreten wurde.

Fazit Skywalk hat den Cayenne 5 ganz bewusst am oberen Ende der C-Klasse positioniert. Dementsprechend spürt der Pilot sofort, dass er das Pitchverhalten durch aktives Fliegen immer im Auge behalten muss, ansonsten winken schon relativ rasch die Ohren. Auch sonst hatten wir den Eindruck, dass der Cayenne ein Schirm ist, den man doch einige Flüge fliegen muss, um sich die Bewegungen des Schirms einzuverleiben. Je mehr wir jedoch mit dem Cayenne 5 in der Luft waren, desto wohler fühlte man sich und irgendwie entstand da so eine gewisse Faszination für den Schirm! Beat formuliert es abschliessend so: „Mir kommt er vor wie ein junges Rennpferd (voller Energie) dessen Temperament man mit viel Feingefühl in Zügel halten muss.“ Der Cayenne ist vor allem für leistungsorientierte Streckenflieger eine sehr interessante Option!

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