Testberichte Ozone

Test des neuen Delta 2, Grösse MS

Den Delta 2 in der Grösse MS konnte ich am 22.05 und 23.05.2013 in Laveno (IT) in starker Thermik ausgiebig testen.

Das Wetter auf der Nordseite der Alpen ist, wie schon der ganze Frühling, derart mies, dass wir kurzentschlossen am Vorabend des 22.05. nach Laveno fahren. Am darauf folgenden Morgen ist das Wetter beim Camping beim Landeplatz herrlich und wir machten uns nach einem üppigen Morgenessen auf zur abenteuerlichen Gondelbahn am Fusse des Lago Maggiore. Innert 10 Min. fahren wir mit den abenteuerlichen Abfalleimern auf dem Sasso del Ferro hoch. Zu zweit starten wir nacheinander und können schon bald den Startplatz um einige hundert Meter überhöhen. Die fantastische Gegend um Laveno ladet ein zu kleineren und auch grösseren Streckenflügen.

Es ist mein erster Flug mit der Grösse MS. Das Bodenhandling ist wie schon beim ML sehr einfach. Die wenigen Leinen sind schnell sortiert. Die Kappe ist nun merklich kleiner und steigt spurtreu und entsprechend rasch über mich. Mit wenig Bremsdruck hebe ich vom Hang ab. Während dem Flug steht die Kappe stabil über mir und hat dennoch einen angenehmen Staudruck – kein Brettgefühl. Der Schirm ist sehr wendig – servomässig- zu steuern. Es genügen ein paar Zentimeter Steuerweg und schon dreht man eng im Zentrum des Schlauchs. Trotzdem sind die Steuerwege nicht zu kurz und der Schirm hat keine Tendenz negativ wegzudrehen. Mit dieser Wendigkeit hat man sofort das Gefühl der Schirm muss extrem dynamisch sein. Dies ist jedoch dank des ausgewogenen Staudrucks nur bedingt. Die Nickbewegungen beim Ein- und Ausfliegen in der Thermik sind dementsprechend sanft und der Schirm hat keine Vorschiesstendenz. Trotz starker Thermik habe ich mich nach kurzer Zeit gut an den neuen Delta gewöhnt.

Am 23.05. brodelt die Luft und die Thermik wird sehr stark, so dass es im Laufe des Nachmittags verbreitet zu Überentwicklungen kommt. Am Vorabend hat ein kühler Nordwind eine Kaltfront auf der Alpennordseite angekündet. Die Luft ist nun demensprechend labil geschichtet und der Nordwind sorgt bei leichter Föhntendenz am Morgen für einen anfänglich wolkenlosen Himmel.

Bei solchen Bedingungen einen neuen Schirm zu fliegen, da hab ich meist ein mulmiges Gefühl. Lieber würde ich jetzt mit meinem „alten“ Alpina, den ich schon seit gut einem Jahr fliege und schätzen gelernt habe, ausrücken. Da weiss man wenigstens was man hat. Da ich aber bereits gestern unter thermischen Bedingungen geflogen bin und mich der „Neue“ gut angenommen hat, bin ich gespannt auf den heutigen Tag.

Am Startplatz Mt. Nudo sind die ersten Gleidis bereits um 10:30 Uhr gestartet und wurden sogleich an die rund 1000 Meter höher gelegene, sich bildende Basis hochgebeamt.

Na dann mal los mit dem Rodeo!

Nach dem Start flog ich dem Hang, entlang wobei ich fast überall hochsoaren konnte. Die Wendigkeit des neuen Delta erweist sich hier als grosses Plus. Kaum habe ich den richtigen Schlauch gefunden ging es mit über 5Meter/Sek hoch. Auch bei dieser starken Thermik habe ich immer ein gutes Gefühl am Schirm und drehe locker zur Basis auf 2500 M ü. Meer.

Was bei dieser starken Thermik normalerweise öfters vorkommt, bemerke ich, beim zufälligen Hochschauen, einen der kleinen Klapper. Ohne grosses Zutun öffnet sich das eingeklappte „Ohr“ wieder und der Öffnungsimpuls ist kaum oder gar nicht zu spüren. Dies gibt mir nun ein Supergefühl und ich mache mich auf die grosse Talquerung zum Monte Lema in Angriff zu nehmen.

Jetzt zeigt sich auch das gute Gleiten des Delta2. Während des Überfluges kann ich das Beschleunigungssystem ausgiebig testen und ich spüre, wie der Schirm, mit der 1.Stufe beschleunigt, viel an Geschwindigkeit aufnimmt, das Sinken jedoch gleich bleibt. Dies bestätigt die flache Polare und den grossen Geschwindigkeitsbereich der Delta2. Beim Beschleunigen habe ich sogar das Gefühl, dass die Kappenstabilität bemerkenswerterweise sogar grösser wird. Fortan beschleunige ich bei jeder Talquerung und manchmal sogar beim Einfliegen in die Thermik.

Nach einem 66 Kilometer Streckenflug rund um die CTR von Lugano mit fantastischer Thermik versperrt eine Regenfront den Weiterflug so dass ich leider landen muss.


Test des revolutionären Ozone XXLite 16qm

Der XXLite stellt am Gleischirmmarkt nun wirklich eine grosse Neuerung dar - ein Gleitschirm mit Einfachsegel. Revolutionäre 1.3 kg und das im Handtaschenformat. Wir haben den XXLIte am 12. Januar 2013 auf unserem Hausberg, dem Haldi getestet. Zuerst haben wir den Schirm zur Probe mal aufgezogen. Tatsächlich steht der Schirm nach einem extrem kurzen Impuls über dem Piloten, Vorschiessen ist kein Thema! Bei unseren Testbedingungen hatten wir zwischen 5 und 10 km/h Rückenwind. Dabei machten wir die Erfahrung, dass die "Eintrittskante" des Schirmes sauber ausgelegt sein muss. Wir hatten den Schirm beim ersten Versuch mit Rückenwind extra nicht sauber ausgelegt (In der Mitte des Schirmes war die "Eintrittskante" tiefer als an den Seiten). Dadurch bildete der XXLIte eine Frontrosette, welche nicht mehr korrigiert werden konnte. Beim zweiten Start mit Rückenwind legten wir die Kappe sauber aus und damit klappte der Start dann problemlos. Im Flug wirkt der Schirm vom Handling her agil, allerdings bei Kurvenwechseln gedämpft. Wir hatten das Glück, etwas Thermik zu erfliegen, dabei waren die Nickbewegungen des Schirms wirklich speziell. In der Thermik selber liess sich der XXLite sehr direkt und angenehm fliegen. Kleinere provozierte Einklapper waren unspektakulär. Sobald wir noch weitere Flüge mit dem XXLite gamacht haben, werden wir diesen kurzen Bericht aktualisieren.


Test des brandneuen Ozone Alpina M

Beat und ich waren vom sehr guten Handling mit den nicht zu kurzen Steuerwegen sehr positiv überrascht. An diesem Tag herrschte auf dem Tätsch über Realp am Furkapass nochmals gute Thermik. Der Alpina lässt sowohl bezüglich Gleitleistung und Handling keine Wünsche offen. Von Ozone wird der Alpina als Evolution des Ozone Delta angepriesen. Bei selber provozierten Einklappern von 50% konnten wir nicht die anspruchsvollen Reaktionen der Kappe beobachten, welche beim Delta bei dessen Einführung beschrieben wurden. Einzig kleine Gegenklapper konnten wir feststellen. Demzufolge können wir dem Statement der Evolution in diesem Punkt nur beipflichten.  Die Charakteristik des Alpina ist aus unserer Sicht nicht gleich, jedoch sehr ähnlich zum Advance Sigma 8. Der Alpina dreht noch einen Ticken direkter. Fazit: Der Alpina ist der Topschirm für Streckenflieger, welche zusätzlich Wert auf ein geringes Kappengewicht legt.


Test des  Ozone Rush 3 M

Der Rush3 wurde bei Ozone aus den Erfahrungen des R10 und Delta heraus entwickelt. Ziel war es, einen Intermediate mit maximaler Sicherheit und gleichzeitig höchster Leistung zu kreieren. Dieses Ziel wurde meiner Meinung nach voll erfüllt und lässt dem sicherheitsbewussten Piloten keine Wünsche offen.

Konstruktion Der Rush3 wird mit den schon zum Standard gewordenen Plastikverstärkungen an der Eintrittskante, sowie mit Mini-ribs an der Austrittskante, geliefert. Die Konstruktion der Kappe lässt einen optimierten Leinenplan mit entsprechend geringem Widerstand zu, welche zu einer spürbaren Leistungssteigerung führt. Die Kappe ist elegant geschnitten und verleiht dem Flügel einen sportlichen Touch.

Flugverhalten Der Rush 3 steigt am Start einfach und direkt nach oben und hebt sanft ab ohne Tendenz zum Überschiessen oder hinten hängen zu bleiben. Beim Rush 3 fühlte ich mich auf Anhieb wohl. Das gute Handling, mit gleichmässig ansteigendem Steuerdruck und den vergleichsweise angenehm langen Steuerwegen dürfte zu diesem hohen Wohlfühlfaktor maßgeblich beitragen. Dem Handling entsprechend verhält sich der Leistungsintermediate auch in der Thermik hervorragend. Der Geschwindigkeitsbereich für einen EN/LTF B-Schirm ist berauschend. Mit relativ wenig Kraftaufwand und guter Dosierbarkeit lässt sich die Speedbar voll durchdrücken Nun hat man das Gefühl, der Schirm geht so richtig ab. Trotzdem bleibt der Flügel auch im Fullspeed stabil und gut beherrschbar. Wenn man jetzt aber denkt, dass die Sinkrate in den Keller geht, der täuscht. Die Geschwindigkeitspolare des Rush3 ist für einen 1-2er genial und kommt der eines C-Gerätes sehr nahe. Auf meinem GPS konnte ich eine Gleitzahl von 9,3 bei einer Trimmgeschwindigkeit von 39 km/h erfliegen. Der maximale Speed lag bei 53 km/h. Erwähnenswert ist auch das stabile Flugverhalten des Flügels über dem Piloten. Im Vergleich zu andern Schirmen besitzt der Rush3 eine sehr geringe Vorschiesstendenz. Der Schirm hat einen angenehmen Staudruck (nicht zu hoch und nicht zu wenig) Das Öffnungsverhalten bei einem Klapper ist dann auch entsprechend angenehm (es „chlöpft“ nicht so wie bei einem harten „Brett“). Dies ist ein äusserst angenehmes Verhalten bei starken Turbulenzen. Fazit: Der Rush3 ist ein moderner Intermediate auf höchstem Entwicklungsstand, welcher Leistung, Sicherheit und angenehmes Handling verbindet.

Beat Walker

 

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