Testberichte Ozone

Test Buzz Z5 MS (75-95 Kg Fluggewicht), Bericht von Beat und Iwan vom 11.09.2016

Wir haben den Buzz Z5 am oberen Ende des Gewichtsbereichs getestet.

Buzz Z5 

Konstruktion Optisch macht der Buzz Z5 einen sehr ausgereiften Eindruck sowohl in der Form als auch in der Verarbeitung. Es sind viele Details am Schirm zu erkennen, welche einen moderner Gleitschirm auszeichnen.

Sharknose Die Sharknose beispielsweise ist wie bei seinen grossen Brüdern ähnlich markant und ausgeprägt konstruiert. Somit ist sie nicht nur andeutungsweise (eher als Marketing Gag), sondern sehr wirkungsvoll konstruiert. Ozone verfolgt hier weiterhin konsequent seine Philosophie und bleibt dieser mit den markentypischen Konstruktionsmerkmalen treu, wo andere Hersteller gerne mit Form und Ausprägungen experimentieren.

Buzz Z5 Eintrittskante

Einfache aber effektive Bremsleinenanlenkung

Buzz Z5 Austrittskante

Geringe Streckung

Buzz Z5 Siloutte

Start Seiner Einstufung entsprechend (Low B) ist sein Start äusserst einfach und lässt nichts zu kritisieren offen. Auch der Rückwärtsstart ist, unteranderem dank seinen übersichtlich gestalteten Traggurten, einfach zu handhaben. Der Schirm steigt verzögerungsfrei über den Piloten und neigt trotzdem nicht zum überschiessen. Ohne grosses Zutun hebe ich schon nach kurzem Anlauf sanft vom Boden ab.

Flug Schon die ersten Züge mit den Bremsleinen lässt einem sein gutes Kurvenhandling verspüren. Die Steuerkräfte sind mittelmässig und nehmen progressiv mit der Länge zu. Auch dreht der Schirm  verzögerungsfrei und willig schon bei relativ wenig Bremsleinenzug ab. Trotzdem verspürt man sein hohes Sicherheitspotential. Wingovers lassen sich nur durch grobes Ziehen an den Steuerleinen bewerkstelligen. Damit ich dabei endlich über dem Schirm aufschaukelnd zu stehen komme, brauche ich schon mindestens 3 oder gar 4 Kurvenwechsel.

Klapper Wir haben unbeschleunigte und beschleunigte Klapper geflogen. Vor allem bei den beschleunigten Klappern spürt man dann schon Dynamik. Der Schirm dreht dann schon zügig weg, sobald aber der Beschleuniger gelöst wird, nimmt auch die Dynamik sogleich ab. Der aktiv fliegende Pilot kann die Drehung in dieser Situation problemlos abfangen. Unbeschleunigte Klapper sind völlig unspektakulär.

Leistung Ein Vergleichsflug mit Schirmen seiner Klasse braucht der neue Buzz mit nichten zu fürchten. Sowohl in Punkto Geschwindigkeit als auch Gleitleistung mischt er, wie auch die übrige Ozone-Palette, voll vorne mit.
Auch sein Beschleunigungssystem ist sehr effektiv. Trotz deutlich spürbarer Geschwindigkeitszunahme bleibt der Schirm jedoch in fast jeder Lage stabil.
In der Thermik war ich dann absolut überrascht wie flach sich der Buzz drehen lässt und wie effizient er steigt. Da muss man sich auch mit einem höher klassierten Schirm ordentlich ins Zeug legen, damit man von einem Buzz Z5 wegsteigen kann! Der Biss in der Thermik lässt sich natürlich nicht mit der eines Mantras vergleichen. Dafür hat er aber absolut keine Tendenz zum Überschiessen, auch nach dem abrupten Verlassen des Schlauchs. Auch hier spürt man sein hohes Sicherheitspotential.

Fazit Der BuzzZ5 ist ein gelungener und ausgereifter Gleitschirm. Das Sicherheits- Leistungsverhältnis, kombiniert mit seinem Spass- und Erlebnispotential lässt sich mit der heute zur Verfügung stehenden Technologien und Materialien kaum überbieten. Vor allem sein Sicherheitspotential wird mit dem Safetytest des DHV noch unterstrichen.
Der Buzz Z5 spricht einen grossen Pilotenbereich an. Vom begabten Schüler über den Gelegenheits- und Genussflieger bis hin zum ambitionierten Streckenneuling lässt er kaum Wünsche offen.
Natürlich wünscht sich ein erfahrener Pilot etwas mehr Dynamik, welche er unter einem gestreckteren aber dann auch höher klassigen Schirm eher finden wird.

 

Test Rush4 MS (75-95 Kg Fluggewicht), Bericht von Beat vom 01.07.2014

Konstruktion Auf den ersten Blick ist nichts Spektakuläres am neuen Rush4 zu erkennen. Das Design wurde von seinem Vorgänger übernommen und lediglich mit einem zusätzlichen Streifen im Muster ergänzt. Einzig die Silhouette erinnert ein wenig an seinen grossen Bruder aus dem Rennzirkus. Doch bei näherem Hinschauen überrascht er mit neuen Details, welche ebenfalls aus der Formel1 Szene übernommen wurden.
Angefangen von der Sharknose über Verstärkungstapes an der Eintrittskante bis hin zu den Tragegurten, welche viel schmäler ausgefallen sind, ist da schon einiges an Unterschieden auszumachen.
Trotzdem hat sich der Hersteller an eine möglichst einfache überschaubare Konstruktion gehalten, die ohne viel Schnickschnack aufwartet. Als kleines Beispiel sei hier die Bremsanlenkung erwähnt, welche direkt ohne Schnörkel (ohne Raff-Oesen) an der Austrittskannte angebracht ist.
Die Leinenlänge beim neuen Rush ist im Vergleich seiner Mitkonkurrenten eher kurz geraten. Die Stammleinen (ummanteltes Leinenmaterial) fühlen sich steifer an, als dies bei den Vorgängermodellen der Fall war. Das kommt daher, dass sie sehr eng um den Kern geflochten wurden. Leinendurchmesser und Länge haben sich damit reduziert, welches letztendlich alles Auswirkung auf den Widerstand hat. Interessant wird es dann zu sehen, welche Auswirkung dies auf die Flugeigenschaften hat.

Start Den ersten Flug mit dem Rush4 hatte ich diesen Frühling am Südfuss des Monte Baldo (beim Gardasee) Die Thermik am Startplatz war sehr stark. So musste ich eine „Flaute“ (20km/h Hangaufwind) abwarten um überhaupt starten zu können. Nicht gerade ideale Bedingungen für einen Erstflug. Wenn sich jemand die dünnen Traggurten nicht gewohnt ist, empfiehlt es sich vor dem Start den 5-Punktecheck besonders genau zu befolgen. Die Bremsgriffe sind an einem Abzweiger am C-Gurt mittels Druckknopf montiert. Diese neigen zum Verdrehen, so dass es nach dem Start schon mal vorkommen kann, dass die Bremsleinen verdreht sind. Der Rückwärtsstart ist einfach und gelingt mir dementsprechend sehr gut. Die Kappe steigt, wegen des starken Aufwindes schnell nach oben. Ein rascher Bremsimpuls verhindert ein Überschiessen und stabilisiert die Kalotte über mir und schon hebe ich nach oben ab.

Flugverhalten Trotz seinen kurzen Leinen schluckt der neue Rush die Turbulenzen der starken Thermik sehr gut und vermittelt einem beim Durchfliegen einen stabilen und gemächlichen Eindruck
Der Flug in turbulenter Thermik ist überraschend gutmütig und man bekommt gleich beim ersten Thermikschlauch Lust die Kappe darin einzudrehen.
Der Rush4 hat ein hervorragendes Handling und das Drehen in der Thermik vermittelt pures Vergnügen. Auch bei späteren Flügen, in feinerer Thermik und unter Mitkonkurrenten, erweist er sich als Flachdreher. Er setzt diese sofort in Höhe um und entpuppt sich dabei als kleines Steigwunder.
Dieser Eindruck lässt mich vermuten, dass ich vielleicht etwas untergewichtig am Schirm unterwegs bin. Dies scheint sich noch durch sein Verhalten, dass man auch bei harten Turbulenzen noch ein gedämpftes Gefühl hat, zu bestätigen.
Dieses Gefühl von Untergewichtigkeit verfliegt spätestens bei einem späteren Vergleichsflug mit Gin Carrera, Nova Mentor etc. zusammen. Bei einer Talquerung entpuppt sich der Rush4 dabei als kleine Rakete. Alle zusammen halten wir den Beschleuniger um nur einen Drittel gedrückt. Nun kommt der Rush so richtig ins Gleiten, so dass man das Gefühl hat unter eine Hochleister zu fliegen. Die andere Talseite erreiche ich mit Abstand als erster. Dieser Vergleich war eindrücklich. Der Rush weisst eine, für diese Klasse, sehr flache Polare auf.

Als kleiner Negativpunkt ist - was jedoch typisch für einen B-Schirm ist - dass beim Drehen in enger verrissener Thermik eine gewisse Nick- und Rolltendenz festzustellen ist. Diese ist jedoch unwesentlich, lässt sich durch aktives Steuern gut ausgleichen und ist damit eine Kritik auf hohem Niveau
Ansonsten hat er beim Drehen in der Thermik einen schönen Biss und ist in keiner Weise negativanfällig wie es bei Schirmen, die man untergewichtig fliegt, üblich ist.
Die wenigen Klapper, die ich während meinen Frühlingsflügen erlebt habe, schluckt der Rusch 4 als als ob nichts wär, man muss kaum gegensteuern um den Schirm in der Spur zu halten. Ein bewusst provozierter > 50% Klapper ist ebenfalls mit leichtem Gegensteuern gut kontrollierbar.
Ein Manöver, welches generell nicht empfehlenswert ist, ist der B-Stall. Er ist beim Rush4 einfach auszuführen einzig bei starkem Ziehen der B-Gurten neigt der Rush wie so mancher zum Verwinden. Es heisst dann frühzeitig ausleiten bevor der Schirm in eine Frontrosette geht. Beim Ohren anlegen ist die richtige Dosierung herauszufinden, welche das Flattern auf ein Minimum unterbindet.

Fazit Der Rush 4 ist ein ehrlicher High End B Schirm. Die Palette der Piloten erstreckt sich vom ambitionierten Gelegenheitspiloten bis hin zum Streckenjäger.
Der Schirm eignet sich insbesondere für künftige Streckenjäger, welche Ambitionen im XC mitbringen und sich gerne einen lange gehegten Streckentraum erfüllen lassen wollen.
Mit diesem Schirm könnte es dir gelingen!

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