Testberichte Niviuk

 

Test Niviuk Ikuma 25 (75-95 kg Fluggewicht), Bericht vom 19.11.2015

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Konstruktionsmerkmale Auffallende Punkte beim Ikuma Die saubere Verarbeitung des Segels fällt einem ziemlich schnell auf. Die Qualitätsansprüche von Niviuk scheinen sehr hoch angesetzt. Auch die Liebe zum Detail ist augenscheinlich. Das Design ist harmonisch dem Flügel angepasst. Einen Niviuk erkennt man schon von Weitem. Das Design ist unverkennbar und zieht sich über die gesamte Schirm-Palette des Herstellers hinweg. Das „Corporate Design“ ist ein immer wichtigeres Merkmal einer Gleitschirmmarke um seine Produkte unverkennbar zu machen. Diese Strategie verfolgt Niviuk konsequent und ist damit sehr erfolgreich.

Für die Konstruktion der Sharknose sind sehr feine Stäbchen verwendet worden. Die gekreuzten Stäbchen sind zusätzlich mit einer Stoffbrücke verbunden. Somit ist diese kaum als Sharknose wahrnehmbar.

Pro Traggurt sind nur je 2 unummantelte Stammleinen vorhanden (ausser bei der C-Ebene, ist noch zusätzlich die Stabilo-Leine angebracht). Das Sortieren der Leinen ist vor dem Start entsprechend einfach und schnell erledigt. Dies wird durch eine ausgeklügelte Leinengeometrie, und Diagonalrippen ermöglicht.

Die Stammleinen sind nur an den Enden mit einem kurzen Stück Mantel um die Schlaufen geschützt, somit gibt es kein Verschleiss durch Reibung zwischen dem Metall der Leinenschlössern und dem Leinenmaterial. Ein wiederum sauber gelöstes Detail.

Sharknose, Diagonalrippen bis an die Eintrittskante sowie Minirips an den Austrittskanten sind mittlerweile Standard bei den meisten grossen Herstellern.
Wie beim Artik sind Schlaufen am C-Gurt angenäht, welche ein einfaches Steuern mit den hinteren Traggurten im beschleunigten Zustand ermöglichen. Diese Konstruktion der Traggurte hat sich während der Testflüge als sehr praktisch erwiesen.

Die Brems- und Steuerleinen sind mit den bewährten Magnetclips versehen.

Auch die verbreiterte Einhängeschlaufe am Traggurt zum Einängen der Karabiner ist hervorragend und sauber ausgearbeitet. Ein Verrutschen des Gurtes, von einer Karabinerecke in die andere, ist somit ausgeschlossen. Der Gurt bleibt zentriert in der Mitte.

Startvorbereitung/ -verhalten Der Ikuma besticht durch seine hervorragenden Starteigenschaften (auch bei Abwind). Den Ikuma konnte ich bei zwei Flügen mit Abwind (beim 1. Mal mit > 10km/h am Startplatz) testen. Beide Male steigt der Schirm verzögerungsfrei über den Piloten und ohne zu überschiessen hebt er mich schon nach kurzer Zeit vom Boden weg. Auch beim Rückwärtsstart steigt der Ikuma bei windstillen Verhältnissen problemlos über den Piloten.

Einklapper Der Ikuma reagiert auf unbeschleunigte Einklapper von 50-60% sehr gutmütig. Diese Einklapptiefe kann gut gestützt werden, es besteht keine Abreisstendenz der noch offenen Seite. Bei etwas grösseren Klappern kann das Ohr der noch offenen Seite kurz einrollen. Beschleunigte Klapper haben wir nicht getestet.

Ohren Die Ohren werden über die äussersten A-Stammleinen eingezogen. Der Kraftaufwand ist dabei gering. Auch hier zeigt sich das einfache Flugverhalten des Ikuma. Die Ohren können problemlos gehalten werden und schlagen in keinster Weise. Demensprechend kann der Pilot dieses Manöver auch in schwierigeren Bedingungen einsetzen, was sehr positiv ist.

B-Stall Wir haben den B-Stall mehrfach ausgeführt. Die eine B-Stammleine pro Schirmhälfte wird über einen separaten Gurt (Verbindung B-Gurt zum A-Gurt) aufgehängt. Als Pilot ist man zuerst dazu verleitet, den B-Stall zum Einleiten zwischen den zwei Leinenschlössern der B-Stammleinen zu greifen. Das ist keine gute Idee, weil ich dadurch die die B-Ebene ungleich herunterziehe!
Besser ist, wenn ich als Pilot konsequent und fest die Leinenschlösser umfasse und diese miteinander herunterziehe. Wenn man dies beachtet, geht der Ikuma nach mässigem Anfangszug in einen zuerst stabilen B-Stall über. Wenn der B-Stall länger gehalten wird, kann sich die Kappe etwas in Spannweitenrichtung verformen. Entweder man korrigiert mit weniger Zug auf den B-Gurten oder man leitet das Manöver dann aus. Insgesamt ist der B-Stall mit dem Ikuma leicht auszuführen.

Flug Während meiner Testflüge hatte ich immer ein sehr sicheres und gutmütiges Fluggefühl vermittelt bekommen. Turbulenzen werden gedämpft wahrgenommen (mittlerer Staudruck). Das Handling ist weich (wenig Steuerdruck), aber trotzdem direkt. Die Steuerwege sind angenehm lang und es sind sehr dynamische Wingovers möglich. In der Thermik lässt sich der Ikuma sehr gut drehen. Die Kappe vermittelt dem Piloten ein gutes Feedback. Bei grösseren Turbulenzen kann die Kappe ganz leicht in sich arbeiten, dies lässt einem als Piloten aber auch die umgebenden Luftmassen besser spüren.
Das Beschleunigungssystem ist effizient (Geschwindigkeit zuwachs >10Km/h) und ebenfalls leicht zu betätigen. Die Eintrittskante dellt im voll beschleunigten Flug leicht ein.

Fazit Der Ikuma ist ein gelungener Schirm in der oberen B-Klasse. Die lange und aufwendige Entwicklung hat sich gelohnt. Niviuk hat hiermit einen Leistungsflügel entwickelt, der dem Artik in Nichts nachsteht, jedoch einem auf Anhieb ein sicheres und ausgewogenes Gefühl verleiht. Die Liebe zum Detail verrät einem, dass hier ein hervorragender Konstrukteur am Werk war, welcher seine gesamte Erfahrung eingebracht hat. Ein rundum vollendeter Gleitschirm. Wir denken, dass der Ikuma innerhalb der B-Klasse eine wirklich sehr breite Pilotengruppe begeistern kann! Im Leistungsvergleich ist der Ikuma im Grundspeed im Vergleich mit dem Rush 4 von Ozone ein klein wenig schneller, die Gleitleistung im Vergleich mit dem Rush 4 von Ozone war im Trimspeed wie auch im beschleunigten Flug vergleichbar, wir sahen keinen Unterschied.

 

 

Test Niviuk Artik 4 25 (75-95 kg Fluggewicht), Bericht vom 21.11.2014

Die meisten Manöver und der Vergleich im Gleitflug mit dem Ozone Rush 4 sind auf unserem Video zum Test des Artik 4 zu sehen. Der Testbericht folgt unterhalb des Videos.

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Startvorbereitung/ -verhalten Bei den Traggurten fällt die verbreiterte Traggurten-Schlaufe positiv auf, welche ein Verdrehen nach dem Einhängen der Traggurten verhindert. Zudem ist der Traggurt sehr sauber verarbeitet. An der hinteren C-Gurte befindet sich eine Schlaufe, welche jedoch im Unterschied zum Mac Elan oder Ozone Delta 2 praxisgerechter vernäht wurde. Das heisst, dass die Schlaufe weniger vom Traggurt absteht und damit die Startvorbereitung nicht behindert (z.B. dass sich Leinen um die Schlaufe drehen). Zudem bietet die Schlaufe eine wirklich gute Kontrolle während des beschleunigten Fluges. Während dem beschleunigten Flug konnte ich den Flügel über die Schlaufe (C-Gurt) stützen und gleichzeitig spürte ich noch einen ganz, ganz leichten Zug auf der Bremse – für mich persönlich einfach optimal!

Das Sortieren der Leinen gelingt sehr gut, die Galerieleinen neigen in keinster Weise zum Verheddern. Beim Start steigt der Artik 4 zügig hoch, ohne dabei zu sehr zu überschiessen, sofern man natürlich etwas (ganz normal) anbremst. Auch beim Vorwärtsstart zeigt der Artik 4 keine Schwächen. Wir starteten den Artik 4 auch bei Rückenwind, dabei sollte der Artik einfach lange genug hochgeführt werden. Auch beim Vorwärtsstart zeigt der Artik 4 keine Schwächen.

Einklapper Ich simulierte Klapper im Grundspeed zwischen 60-70 Prozent der Flügelspannweite, leitete diese mit einem wirklich kräftigen Zug ein. Dabei dreht der Artik 4 zuerst sehr rasch ab, mehr als der Mac Elan, dann kann die Drehung allerdings sehr gut aufgefangen beziehungsweise stabilisiert werden. Der Artik 4 öffnet progressiv selbständig und ohne zu Verhängen.

Ohren Die Ohren können mit den gegabelten Gurten einfach eingezogen werden. Dabei schlagen die Ohren (vor allem im Vergleich zu anderen aktuellen Geräten dieser Klasse) fast nicht und das Manöver ist sehr gut zu kontrollieren. Zieht man jedoch unsymmetrisch, dann quittiert das der Artik mit einem raschen Übergang in den Kurvenflug.

B-Stall Die Einleitung gelingt ohne grossen Kraftaufwand. Der Schirm bleibt im B-Stall ausgesprochen stabil und kann daher länger gehalten werden. Die Ausleitung ist einfach, der Artik nimmt sofort wieder Fahrt auf.

Flug Ich flog den Artik 4 bei schwachen thermischen Bedingungen. Dabei kam mir das exakte und präzise Kurvenhandling sehr entgegen. Ich konnte die Schräglage des Flügels jederzeit über einen stärkeren oder schwächeren Bremsleinenzug sehr gut dosieren. Insgesamt erinnert mich das Steuerverhalten stark an den Mac Elan 24. Auch Wingover fliegen sich mit dem Artik sehr angenehm, er zeigt sich dabei dynamisch aber jederzeit gut korrigier- und beherrschbar, auch wenn man leicht über den Flügel dreht. Beat und ich haben den Artik 4 mit dem Ozone Rush 4 im Gleitflug verglichen und dabei festgestellt, dass die Differenz zwischen diesen zwei Geräten sehr gering ist.

Fazit Der Niviuk Artik 4 ist ein toller Schirm, welcher mit der Charakteristik des Mac Elan in etwa zu vergleichen ist. Das Handling ist direkt, da gibt es nichts zu meckern. Überhaupt überzeugt der Artik 4 mit einem bis auf das rasche Wegdrehen eher gutmütigen Klappverhalten (unbeschleunigt). Leider konnten wir den Artik 4 nicht in starker Thermik testen, doch sind wir grundsätzlich überzeugt, dass dieser Flügel auch in starken Bedingungen Spass macht. Nach vielen Vergleichsflügen von aktuellen highend B- und aktuellen C-Schirmen stellen wir mehr und mehr fest, dass sich die Gleitleistung der beiden Geräteklassen beschleunigt oder unbeschleunigt immer mehr annähern und die Unterschiede sehr gering sind. Ein Käufer sollte sich generell also darauf konzentrieren, welches Anspruchsniveau für ihn optimal ist und in erster Linie nicht auf die Leistung in der highend B- bzw. in der ganzen C-Klasse achten.

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