Testberichte Mac Para

Test Mac Para Elan 2 24 (70-90kg Fluggewicht), Bericht von Iwan und Beat vom 25.09.2017

  • K1024_GOPR0458
  • K1024_GOPR0459
  • K1024_GOPR0460
  • K1024_GOPR0465

Material Beim Elan2 erübrigt sich eine detaillierte Beschreibung des Aufbaus und der Materialien, denn die ganze Konstruktion angefangen mit Sharknose, 3D-Shapping, Miniribs etc. sind auf dem aktuellen technischen Stand. Bei der Sharknose seien die zwischen den Zellwänden vorne in der Eintrittkante eingenähten zusätzlichen Wires zur Stützung des Profils erwähnenswert. Dieses Detail wird wohl auch massgeblich an der sehr guten Gleitleistung im beschleunigten Flug beitragen, wie wir im späteren Testbericht noch sehen werden. Jedes Mal, wenn wir einen Schirm von Mac Para in den Händen halten, dann stellen wir fest, dass hier viel Detailpflege betrieben wird, die einem das Leben als Piloten einfacher macht. Diese Detailliebe beginnt bereits bei der Sortierung der Leinen, welche vorbildlich farblich getrennt sind. Auch die Tragegurten sind so ausgeführt, dass sie nicht verdrehen und damit gerade beim Einhängen eine giute Übersicht bieten, dass alles korrekt eingehängt ist. Die Schlaufe zum Einhängen im Karabiner ist extra breiter ausgeführt, was für eine optimale Belastungsübertragung auf den Karabiner, aber auch für einen guten Sitz des Tragegurtes beim Karabiner sorgt.Die Produktion der Schirme von Mac Para erfolgt komplett in Europa, zusätzlich wird das teuere Tuch von Porcher verwendet und nicht das günstigere Dominico wie bei vielen renomierten Herstellern! Mac Para stellt den Elan 2 als Semilight-Schirm her und damit wird für diese Geräteklasse ein sehr geringes Gewicht von  4.6 kg Kappengwicht realisiert. Wir denken, dass mit diesem Gewicht auch der Einsatz für Hike and Fly - Abenteuer mit dem Elan 2 offen steht (Weitere Gründe werden für den Hike and Fly - Einsatz im Testbericht noch thematisiert).

Thermikfliegen Der Elan 2 26 unterscheidet sich vom 24er dahingehend, dass das Handling etwas weniger direkt und dynamisch ist als bei seinem kleinen Bruder. Beide lassen sich aber ausgesprochen flach drehen und in der Schräglage stufenlos mit der Bremse variieren. Wir haben mit der Grösse 24 mehr Flüge absolviert, daher werden wir uns im Folgenden auf die Grösse 24 beziehen. In Sachen Handling gibt es aus unserer Sicht nach wie vor keinen anderen Schirm, der diese Disziplin so beherrscht wie der Elan 2 24. Der Schirm lässt sich mit extrem wenig Kraftaufwand steuern, jeder Impuls an den Bremsen wird sofort umgesetzt. Unterstützt der Pilot den Schirm beim Drehen zusätzlich mit Gewichtsverlagerung, dann dreht man mit wenigen Zentimetern Bremse oder sogar mit fast keinem Bremseinsatz – einfach genial! Wir haben auch festgestellt, dass der Elan 2 gegenüber seinem Vorgänger einen “Zacken” schneller fliegt, und zwar unbeschleunigt wie beschleunigt. Der Elan 2 fordert daher vom Piloten gegenüber dem Elan 1 einen etwas aktiveren Flugstil. Das heisst, dass der Aussenflügel in turbulenter Luft schon dann und wann mal pitchen kann. Diese Eigenschaft kann vom routinierten Piloten aber problemlos mit aktivem Flugstil kompensiert werden.

Flug Im Geradeausflug zieht der Elan 2 spurtreu zum nächstem Bart oder zur nächsten Bergkette. Im unbeschleunigten Flug macht sich der hohe Trimmspeed in einem minimal schlechteren Gleiten gegenüber dem Delta 3 bemerkbar. Als wir dann allerdings in einem Vergleichsflug mit dem Delta 3 beschleunigten, waren wir sehr überrascht. Ich flog mit dem Delta 3 Rolle auf Rolle, Beat mit dem Elan 2 ca. 50-60% beschleunigt. Wir flogen beide gleich schnell und mit dem gleichen Gleitwinkel. Nur hatte Beat noch 40% Beschleunigungsweg übrig! In der Praxis konnte ich den Elan 2 gut über die C-Handles stützen. Ähnlich wie beim Colt 2 von Dudek hat der Elan 2 im hinteren Drittel C-Wires eingebaut, welche ein wirklich gutes Stützen im beschleunigten Flug ermöglichen.

Einklapper Unbeschleunigte Klapper zeigen sich überschaubar, wenngleich das Abdrehen bei der Grösse 24 dynamischer ausfällt als bei der Grösse 26. Klapper 50% beschleunigt äussern sich bei der Grösse 24 durch rasches Abdrehen, jedoch kann die offene Seite auch bei grossen Klappern gut gestützt und damit stabilisiert werden. Dabei rollt auch das Ohr der offenen Seite ein, welches sich aber rasch von selber wieder öffnet!

B-Stall Dieses Manöver haben wir nicht erflogen.

Ohren Die Ohren lassen sich gut mit der gegabelten A-Gurte einziehen und gut halten. Die Ohren schlagen dabei nur wenig. Es war mir sogar möglich, den Schirm erstaunlich exakt mit Gewichtsverlagerung zu steuern, währendem ich die Ohren gezogen hielt.

Fazit Der Elan 2 ist ein schneller Schirm, welcher ein ausgesprochen einfaches Startverhalten aufweist. Der hohe Grund- und Endspeed gepaart mit dem bemerkenswert einfachen Startverhalten lassen sogar den Einsatz des Elan 2 als Hike and Fly – Schirm zu! Der Elan 2 24 zeigt ein perfektes Handling, sehr direkt, einfach perfekt. Der 26er zeigt sich etwas behäbiger und weniger spritzig, da wir aber auch knapp in der Mitte des Gewichtsbereichs flogen. Beide Schirme sind wohl 5kg unter der oberen Gewichtsgrenze optimal belastet, dies im Unterschied zum Elan 1, welcher am besten am oberen Rand belastet wurde! Gegenüber dem Elan 1 hat der Pilotenanspruch unserer Meinung nach leicht zugenommen. Das heisst, der Elan 2 ist etwas aktiver zu fliegen, offeriert dem Piloten im Gegenzug aber ein sehr effizientes Werkzeug für lange Streckenflüge mit hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten.

 

Test Mac Para Eden 6 24 (70-90kg Fluggewicht), Bericht von Iwan und Beat vom 06.06.2016

Material Beim Eden erübrigt sich eine detaillierte Beschreibung des Aufbaus und der Materialien, denn die ganze Konstruktion angefangen mit Sharknose, 3D-Shapping, Miniribs etc. sind auf dem aktuellen technischen Stand. Auch verwendet Mac Para ausschliesslich das Tuch Skytex von Porcher, welches zu den besten auf dem Markt gehört! Alles wirkt durchdacht und ist sauber verarbeitet. Auch die Kappe steht sehr sauber – Falten findet man nur, wenn man sie sucht!

Startvorbereitung/ -verhalten Der Start gestaltet sich sowohl mit dem Rückwärts- als auch mit dem Vorwärtsstart sehr einfach. Die Kappe steigt verlässlich spurtreu hoch. Für einen highend-B-Schirm vorbildlich.

Einklapper Wir haben nur unbeschleunigte Klapper provoziert erflogen und dabei zeigt sich der Eden 6 sehr sehr zahm. Wenn man dem Eden 6 genug Zeit lässt, öffnet er sich auch ohne Pilotenreaktion. Auf den Frontklapper komme ich noch im Kapitel «Flug» zu sprechen.

B-Stall Dieses Manöver haben wir nicht erflogen.

Ohren Als ich auf meinem Erkundungsflug im Jura wieder zum Weissenstein zurückkehrte, war die TMA Basel leider aktiv und ich musste kurzfristig rund 600 Meter absteigen. Eine gute Gelegenheit, die Ohren anzulegen, um zu erfahren, wie sich der Eden 6 bei diesem Manöver verhält. Zuerst einmal lassen sich die Ohren mit der gegabelten A-Gurte bequem einziehen und gut halten. Die Ohren schlagen dabei nur wenig. Es war mir sogar möglich, den Schirm erstaunlich exakt mit Gewichtsverlagerung zu steuern, währendem ich die Ohren gezogen hielt. Über die Einfachheit dieses Manövers war ich erstaunt, da die meisten Schirme in der highend-B-Kategorie dabei etwas schwieriger zu fliegen sind. Insgesamt bekommt der Eden 6 in dieser Disziplin sehr gute Noten.

Flug Ich flog den Eden 6 im Jura bei sehr guten thermischen Bedingungen. Nach dem Start auf dem Weissenstein musste ich gleich zu Beginn um den Thermikeinstieg kämpfen. Dabei bemerkte ich sofort die hohe Agilität des Eden 6. Er lässt sich mit leichtem Steuerdruck präzise in der Thermik drehen. Der Eden 6 neigt in keinster Weise zum Aufstellen beim Einfliegen in die Thermik. Der Durchzug ist immer präsent – eine tolle Charakteristik! Selbstverständlich erfordert der Eden 6 einen aktiven Flugstil, da sich der höhere Grundspeed eben auch in etwas mehr Dynamik äussert, die aber aus meiner Ansicht in dieser Geräteklasse von Sportklassepiloten gewünscht wird. Auch im Geradeausflug begeistert der Eden 6 mit seiner Spurttreue und der Laufruhe. Vor allem aber gleitet der Eden 6 sehr gut auch gegen den Wind. Als ich beim Chasseral wendete und auf der Strecke zurück zum Weissenstein gegen den Ostwind ankämpfen musste, spürte ich das gute Aufgleiten des Elan 6 gegen den Wind. Aufgrund seiner eher hohen Grundgeschwindigkeit kam ich effizient voran und ich flog auch sehr oft voll beschleunigt. Hier gilt es den Schirm im Auge zu behalten, denn ich kassierte dann auch einen massiveren Frontklapper. Die Reaktion des Eden 6 auf diese Störung war moderat und ich konnte den Schirm mit einem kurzen Bremsimpuls sofort unterstützen, sich von der Mitte her wieder zu öffnen.

Fazit Der Eden 6 ist aus meiner Sicht ein Vollblutsportler. Er vermittelt stets, was in der Luft läuft und lässt so auch verrissene Thermik sehr gut ausdrehen. Aus meiner Sicht eignet sich der Eden 6 für Piloten, welche bereits Erfahrung im highend-B-Bereich haben und sich gewohnt sind, bei sportlichen Bedingungen aktiv zu fliegen und den Schirm im richtigen Moment feinfühlig zu stützen. Ich flog den Eden 6 bei unterschiedlichen Bedingungen bei einem Streckenflug bis 75 km. Pavol Pivarci flog im Tessin gleich über 150 km mit dem Eden 6. Auch Beat machte einen Flug mit dem Eden 6. Insgesamt hatten wir alle den Eindruck, dass der Eden 6 aktuell einer der leistungsmässig stärksten Schirme ist, vom Piloten aber im Vergleich zu anderen highend-B-Geräten und C-Geräten bei sportlichen Bedingungen einen aktiveren Flugstil verlangt. Das heisst aber überhaupt nicht, dass der Elan 6 bei Klappern (Front- oder Seitenklapper) anspruchsvoller ist als andere Mitbewerber im highend-B-Bereich. Im Gegenteil, bei Störungen der Kappe verhält sich der Eden 6 trotz seiner hohen Grundgeschwindigkeit überschaubar. Auf jeden Fall kitzelt Mac Para sehr viel Leistung aus diesem im Verhältnis zur Konkurrenz eher kleinen Flügel!

  • Header 1 2014Header LogoHeader Logo
  • Beat mit Logo-1920x350Beat-1920x350img 8830-1920x400