Testberichte DUDEK


Test DUDEK Colt2, Grösse 23 (65-90 kg)

Für den folgenden Testbericht haben den DUDEK Colt2 23 (65-90 kg) drei Piloten (Iwan Lussmann, Beat Walker und Christoph Fässler) geflogen.

Material Beim Colt2 von DUDEK wurden die aktuellsten technologischen Neuerungen eingebaut. Die Sharknose ist ausgeprägt und wird mit sehr dünnen Stäbchen abgestützt. Die Eintrittskante ist sehr sauber vernäht und mit einem doppelten 3D-Cut versehen. Speziell sind die im hinteren Drittel des Flügels eingebauten Stäbchen an der Flügeloberseite, welche die hintere dritte Leinenebene sauber ab-stützen. Die Mini-Ribs schliessen den Flügel an der Austrittskante sauber ab. Für das Obersegel ver-wendet Dudek Porcher 38g/m2, beim Untersegel Dominico tex 34g/m2. Für die Rippen wird Porcher Hard 40g/m2 eingesetzt. Auch wenn wir keine Materialprofis sind, die Verarbeitung der Kappe und auch der Gurte zeigen viel Liebe zum Detail!

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Startvorbereitung Das Sortieren der Leinen gestaltet sich aufgrund der unummantelten Leinen nicht in jedem Fall einfach. So gibt es auch Situationen, bei denen man schon mal kurz zum Schirm laufen muss, um die verhedderten Leinen grob zu lösen. Aber das ist klassentypisch und gilt für die meisten C-Schirme. Die Tragegurte machen einen tollen und aufgeräumten Eindruck. Vor allem haben nebst den Druckknöpfen die zusätzlich fest eingenähten Magnetclipper an den Bremsgriffen gefallen. Diese halfen mir bei einer längeren Groundhandlingsession sehr, da die Bremsgriffe nicht runterbaumelten, sondern fast schon automatisch an den Magneten haften blieben. Ergänzt wurde der Bremsgriff ebenfalls mit einer kleinen Plastikkugel, welche man zum Steuern als Alternative zum Bremsgriff verwenden kann. Oberhalb der Befestigung des Bremsgriffes ist eine Schlaufe für die Stabilisierung des Schirmes im beschleunigten Flug am Gurt befestigt, dazu aber später mehr.

Startverhalten Beat flog den Colt2 bei starkem Wind an den Balderen. Er erlebte das Startverhalten als sehr einfach und gut kontrollierbar. Aufgrund des eher schnellen Flügels neigt der Colt2 zum Überschiessen, dieses kann vom Piloten aber gut abgefangen werden.  Bei wenig oder keinem Wind steigt der Colt verlässlich hoch und ist einfach zu starten.

Flug Ich beschreibe im folgenden Bericht die schriftlichen Aussagen von Christoph Fässler in Form von Zitaten und ergänze diese mit meinen und den Erfahrungen von Beat.

Drehverhalten/ Thermik Christoph: “Der Schirm ist gut zu drehen und lässt sich gut in die gewünschte Neigung bringen. Nachzentrieren dürfte wohl gut funktionieren. Die Wendigkeit ist gut, obwohl die Steuerwege bei abrupten Manövern eher lang scheinen.” Iwan: Vor allem in der Thermik funktionert das Nachzentrieren perfekt und der Colt2 lässt sich zentimeterweise  mehr in Schräglage fliegen. Der Colt2 marschiert auch bei versetzten Schläuchen immer vorwärts, was mir sehr gefallen hat. Die Kap-penspannung liegt genau in der goldenen Mitte. Der Colt2 vermittelt exakt soviel Rückmeldung, wie man es als Streckenpilot wünscht. Ich habe selten ein besseres Handling kombiniert mit dem genau richtigen Mass an Rückmeldung des Schirmes erlebt! Das Steigen des Colt2 ist absolut konkurrenzfähig, wenn man dazu noch die kleine Fläche von 23.2 qm und mein Abfluggewicht von 92kg beim Testfliegen in Betracht zieht ist die Steigleistung beachtlich!

Beschleuniger Flug Christoph: “Fliegt bei bereits leicht asymmetrischem Beschleunigen nicht mehr geradeaus. Dafür äusserst gut mit C-Gurten zu manövrieren, sowohl beim Nicken wie auch beim Kurven fliegen. Das ist meiner Meinung nach ein Plus in Punkto Sicherheit, da der Schirm effizient am Nicken bei voller Geschwindigkeit gehindert werden kann, ohne die Bremsen zu benützen und dadurch unnötig Auftrieb zu erzeugen.” Iwan: Hier will ich nochmals auf die Schlaufen an der C-Gurten zu sprechen kommen. Über diese Schlaufen kann der Colt2 im beschleunigten Flug sehr gut gestützt werden, auch wenn man in unruhiger Luft unterwegs ist. Die Endgeschwindigkeit ist mit gemessenen 55 km/h sehr schnell, jedoch haben wir bei einem Vergleichsflug in ruhiger Luft festgestellt, dass die Gleitleistung nach 50% des Beschleunigungsweges merklich einbricht. Auch ist die Klappanfälligkeit bei “Rolle auf Rolle” aus unserer Sicht vom Piloten immer im Blick zu behalten. In der Praxis hat sich gezeigt, dass der Colt2 auch bei unruhigen Bedingungen bis 50% beschleunigt problemlos und sehr effizient geflogen werden kann.

Klapper Christoph: “Gut handelbar, jedoch dreht der Schirm bei beschleunigten Klappern sehr schnell weg, der Pilot hat wenig Zeit zum Reagieren. Um die Richtung zu halten bei gehaltenen Klappern ist gefühlt sehr viel Bremsweg notwendig, man hat das Gefühl er reisst demnächst ab.” Iwan: Das Klappverhalten im unbeschleunigten Flug bis 50% ist als einfach zu bezeichnen, beschleunigte Klapper erfordern aufgrund des eher schnellen Schirmes  ein rasches Eingreifen des Piloten. Ich habe 50% beschleunigt und bis 70% der Eintrittskante eingeklappt, der Colt2 klappt dabei weich und dreht rasch ab. Aufgrund des weichen Klappverhaltens und des sehr guten Öffnungsverhaltens beurteile ich das Klappverhalten als C-klassenspezifisch überschaubar.

B-Stall Dieses Manöver haben wir nicht erflogen.

Ohren Die Ohren können einfach über die geteilten A-Tragegurte eingeleitet werden. Ich habe dabei gleichzeitig einen Drittel beschleunigt. Kleine Ohren schlagen nicht, wenn die Einklapptiefe grösser wird, beginnen die Ohren etwas zu flattern. Der Colt2 beginnt dabei aber nicht aufzuschaukeln, was sehr positiv zu werten ist.

Fullstall Christoph: «Einleitung problemlos, hat aber die Tendenz sehr schnell in Drehbewegungen über zu gehen, wenn man nicht aufpasst!»

SAT Christoph: «Wunderbar, lässt bei der Einleitung viel Zeit, braucht wenig Kraft und kann wunderbar im SAT nachgezogen werden. Aber er dreht extrem schnell - für Ungeübte wohl eher unangenehm.»

Fazit Beat und ich hatten auf Anhieb ein sehr vertrautes Gefühl unter dem Colt2. Der Colt2 überzeugt mit einem flotten Grundspeed, welcher sich beim Streckenfliegen sehr positiv auswirkt. Der Colt2 marschiert stets vorwärts, ist stabil und stellt in versetzten Bärten überhaupt nicht auf – top! Das pro-gressive und direkte Handling kombiniert mit seinem Kappenfeedback, das seinesgleichen sucht, lässt dass Pilotenherz höher schlagen. Seine Steigleistung ist absolut konkurrenzfähig. Bis 50% beschleunigt gleitet der Colt2 sehr gut, danach erreicht der Colt2 einen sehr hohen Topspeed, allerdings leidet dann die Gleitleistung merklich.

Beschleunigte Klapper zeigen sich aufgrund des schnellen Flügels dynamischer als bei anderen C-Schirmen, jedoch erfolgt das Einklappen weich und das Öffnungsverhalten ist vorbildlich, weder Verhänger in der Bremsspinne noch die Stäbchen der Eintrittskante behinderten die Öffnung der eingefallenen Zellen!

Streckenflugpiloten, welche das aus unserer Sicht optimale Mass an Rückmeldung des Schirmes, ein direktes und progressives Handling, gute Steigleistung und einen Schirm mit flottem Grundspeed suchen, die werden mit dem Colt2 viel Spass haben! Wir sind überzeugt, dass der Colt2 im X-Contest Erfolg haben wird.

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