Testberichte BGD

Test BGD Base vom 16.12.2015, Grösse M mit ca. 92 kg Gesamtgewicht

Bruce Goldsmith ist in der Gleitschirmszene kein unbeschriebenes Blatt. So hat er viele Modelle der Marke Airwave und auch der Marke Ozone konstruiert. Seit 2012 vertreibt Bruce Goldsmith seine Schirme unter dem Fimennahmen Bruce Goldsmith Design (BGD). Mit dem Base als highend-B-Schirm testen wir persönlich den ersten Schirm von BGD.

 

Vergleichsflug BGD Base M mit Ozone Rush 4 MS

Konstruktionsmerkmale Starke Sharknose, Stäbchen an der Eintrittskante nicht nur bei den Zellzwischenwänden verwendet, sondern auch an der Eintrittskante zwischen den Zellwänden, nur 46 Zellen, Mini-ribs und eine gemässigte Streckung von 5.68. Beim Traggurt wird die äusserste A-Leine separat zwischen A- und B-Gurten geführt.

Startvorbereitung/ -verhalten Bei meinem ersten Flug hat mir der Pilot, welcher den Base vor mir getestet hat, ein ganz gehöriges Ei gelegt. Am Startplatz angekommen, hätten mir noch knapp 20 Minuten gereicht, um noch in der Sonne und damit bei Nullwind zu starten. Leider aber hat es der letzte Pilot mit dem Zusammenpacken des Schirms nicht so genau genommen, was mich fast 15 Minuten kostete, um das Leinendurcheinander zu entwirren. Kaum war der Schatten der westlichen Bergketten bei mir angekommen, begann der Bergwind fast unverzüglich zu blasen. So stark, dass sich sogar die Zweige der Tanne neben dem Startplatz im Wind bewegten. Na ja – toll – dann lassen wir uns mal vom Base von seinen Starteigenschaften bei Rückenwind überraschen. Bei der Startvorbereitung vor dem Start fielen mir die auf jeder Ebene (A,B,C) ummantelten und dadurch recht dicken Leinen auf. Erst bei den obersten Galerieleinen findet sich unummanteltes Leinenmaterial.

Ich zog den Schirm nur über die vorderste Traggurte auf, die äusserste separierte A-Leinen-Aufhängung liess ich aus. Der Base stieg auch bei diesen schwierigen Rückenwindbedingungen sehr verlässlich hoch und ich hob erleichtert ab. Die guten Starteigenschaften lassen sich nicht einzig auf den Base zurückführen, sondern auf die Versteifungen der Eintrittskante, welche wie bei den meisten heutigen modernen Schirmen dazu beitragen, dass das Profil schon von Beginn weg steht und sich der Schirm dadurch rasch füllt und Auftrieb erzeugt.

Ein anderes Mal startete ich in steilem Gelände bei leichtem Aufwind vorwärts. Dabei steigt der Base rasch hoch und der Base sollte dann angebremst werden, da sich die hohe Grundgeschwindigkeit in einer leichten Überschiesstendenz äussert. Ansonsten kommt der Base sehr spurstabil hoch und stellt an den Piloten keine speziellen Anforderungen – im Gegenteil – er ist sehr einfach zu starten.

Einklapper Unbeschleunigte Einklapper, ca. 70%, lassen den Base schon auf die Nase gehen und recht zügig abdrehen. Wie auch bei anderen highend-B-Schirmen kann dabei das Ohr der Gegenseite kurz einrollen. Dann kann der Base aber gut gestützt werden. Eine Abreisstendenz der offenen Seite besteht überhaupt nicht.

Ohren Wirklich vorbildhaft lassen sich die Ohren einziehen. Die Ohren schlagen in keinster Weise, ob ich nun mehr beschleunigt fliege oder auch mehr Fläche eingezogen habe.

B-Stall haben wir nicht durchgeführt.

Flug Kaum gestartet fiel mir sofort die hohe Grundgeschwindigkeit auf. Die Worte von Bruce Goldsmith „Der BASE ist schnell, macht Spaß und ist mein neuer Lieblingsschirm. Ich hoffe, ihr merkt das.“ Kann ich nur bestätigen. Der Schirm wurde aus meiner Sicht für stärkere Windbedingungen gebaut! Der Base fliegt im Grundspeed so schnell wie andere highend-B-Schirme nach Betätigen eines Drittels des Beschleunigungsweges! Der Base gleitet dabei sehr effizient und mit einer hohen Flugruhe, kann mit den Klassenbesten jedoch aus unserer Sicht nicht ganz mithalten. In der Thermik konnten ich und Beat den Base mit dem Rush 4 vergleichen. Das Handling des Base ist ist nicht so direkt wie zum Beispiel beim Mentor 4 oder beim Rook 2, doch das bedeutet auf keinen Fall, dass das Handling nicht gut ist - im Gegenteil! Der Base lässt sich je nach Bremsleinenzug in jede Schräglage bringen und stellt dabei in keinster Weise auf. Ein Verhalten, welches wir noch nicht oft erlebt haben. In der Thermik kommt dem Base sein Drehverhalten zugute, auf der anderen Seite hatten wir den Eindruck, dass der Base aufgrund seiner hohen Grundgeschwindigkeit schwache Blasen nicht so effizient in Höhe umsetzt. Wir können uns vorstellen, dass der Base bei starken Bedingungen toll zu fliegen ist und dabei seine Stärken voll ausspielen kann.

Fazit Der Base überzeugt mit einem einfachen Startverhalten, ist schnell, wendig und macht im Flug viel Freude. Von der Charakterisitk her kam uns der Base ähnlich wie der UP Summit XC 3 vor. Auch der XC 3 ist schnell, verspielt diesem Vorteil aber etwas bei schwachen Thermikbedingungen. Piloten, welche einen schnellen Grundspeed schätzen und auf das letzte Quäntchen Leistung im Steigen verzichten können, sollten sich den Base unbedingt mal genauer ansehen. Vor allem überzeugt der Base auch mit seiner Flugruhe und der hohen Spurttreue.

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